Was ist Hanfbeton?
Hanfbeton (auch Hanf-Leichtbeton oder Hempcrete) ist ein biobasierter Baustoff aus Hanfschäben (Holzanteil der Hanfpflanze), Kalk und Wasser. Er wird als nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Beton eingesetzt und eignet sich besonders für Wände, Dämmungen und Ausfachungen. Hanfbeton ist leicht, diffusionsoffen, schalldämmend und CO₂-speichernd.
Merkmale
- Rohstoffe: Hanfschäben, Kalk (z. B. hydraulischer Kalk, Luftkalk), Wasser.
- Herstellung: Mischung der Komponenten vor Ort oder als vorgefertigte Blöcke.
- Eigenschaften:
- Gute Wärmedämmung (λ-Wert: ~0,07–0,12 W/mK).
- Hohe Feuchtigkeitsregulierung (verhindert Schimmelbildung).
- CO₂-Speicherung: 1 m³ Hanfbeton bindet ~100 kg CO₂.
- Brandschutz: Nicht brennbar (Brandschutzklasse A2).
- Schallschutz: Gute akustische Dämmung.
- Einsatzbereiche: Dämmung von Wänden, Decken, Dächern; Ausfachungen in Holzrahmenbau.
Vorteile
- Nachhaltigkeit: CO₂-negativ über den Lebenszyklus.
- Gesundheit: Schadstofffrei, diffusionsoffen, reguliert Feuchtigkeit.
- Ressourcenschonung: Nutzung nachwachsender Rohstoffe.
- Einfachheit: Leicht zu verarbeiten, keine Trocknungszeit wie bei Beton.
- Langlebigkeit: Beständig gegen Schimmel, Insekten und Nagetiere.
Beispielprojekt
Ein Wohnhaus in Frankreich wurde mit Hanfbeton errichtet. Die Wände bestehen aus einer Mischung von Hanfschäben und Kalk, die direkt vor Ort in eine Holzrahmenkonstruktion eingebracht wurde. Das Gebäude erreicht Passivhaus-Standard und speichert über 20 Tonnen CO₂.
Fazit
Hanfbeton ist ein vielseitiger, nachhaltiger Baustoff mit hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften. Er eignet sich besonders für ökologisches Bauen und trägt zur CO₂-Reduktion bei. Durch seine einfache Verarbeitung und regionale Verfügbarkeit ist Hanfbeton eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Baustoffen.