Kriterien/Phasen
Strohbau verwendet gepresstes Stroh, Einblasstroh, Bauplatten oder vorgefertigte Holz-Stroh-Elemente als Dämm- und teilweise Konstruktionsmaterial. Wichtige Phasen sind Materialauswahl, trockene Lagerung, Detailplanung, Montage, Putz- oder Bekleidungssystem, Luftdichtheit und Qualitätssicherung. Entscheidend ist, dass Stroh dauerhaft trocken bleibt und Anschlüsse an Sockel, Fenster, Dach und Installationen sauber gelöst werden.
- Feuchte: Schutz vor Schlagregen, aufsteigender Feuchte, Leckagen und Baufeuchte.
- Brandschutz: geeignete Bekleidungen, Putzsysteme und projektspezifische Nachweise.
- Bauphysik: Luftdichtheit, diffusionsoffene Schichten, Wärmebrücken und sommerlicher Wärmeschutz.
- Ausführung: Ballenqualität, Rohdichte, Setzung, Zuschnitt und witterungsgeschützte Montage.
Relevanz im Bauwesen
Stroh ist ein regional verfügbares landwirtschaftliches Nebenprodukt, speichert biogenen Kohlenstoff und kann sehr gute Dämmwerte erreichen. Strohbau passt besonders zu Holzbau, Lehmbau und ressourcenschonenden Sanierungen. Herausforderungen sind Planungserfahrung, Feuchteschutz, Zulassungs- und Nachweisfragen sowie die Organisation einer trockenen Baustelle.
Beispiel
Strohbau gehört zu den biobasierten Bauweisen, die im marnamic Bereich Aktuelles und Best Practice für Praxisbeispiele und Projektwissen eingeordnet werden.
Kurz gesagt
Strohbau ist eine leistungsfähige biobasierte Bauweise, wenn Feuchte, Brand, Details und Ausführung konsequent geplant werden. Sein Vorteil liegt in niedriger grauer Energie, regionaler Verfügbarkeit und guter Kombination mit Holz und Lehm.
Ähnliche Begriffe: Biobasierte Baustoffe, Holzbau, Moderner Lehmbau