Graue Emissionen

Was sind graue Emissionen?

Graue Emissionen (auch embodied carbon) bezeichnen die CO₂-Emissionen, die während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes oder Produkts entstehen – mit Ausnahme der Nutzungsphase. Dazu gehören Emissionen aus der Herstellung, dem Transport, der Verarbeitung und dem Rückbau von Materialien. Graue Emissionen machen oft über 50 % der gesamten CO₂-Bilanz eines Gebäudes aus und sind ein zentraler Hebel für klimaneutrales Bauen.

Quellen grauer Emissionen

  • Herstellung: Energieverbrauch bei der Produktion von Baustoffen (z. B. Zement, Stahl, Glas).
  • Transport: CO₂-Emissionen durch den Transport von Materialien zur Baustelle.
  • Verarbeitung: Energieverbrauch bei der Verarbeitung und Montage von Bauteilen.
  • Rückbau: Emissionen durch Abriss, Recycling oder Entsorgung.

Vorteile der Reduzierung

  • Klimaschutz: Senkung der CO₂-Bilanz von Gebäuden.
  • Kosteneinsparungen: Geringere Material- und Energiekosten.
  • Nachhaltigkeit: Beitrag zur Circular Economy durch Materialwahl.
  • Förderungen: Erfüllung von Zertifizierungskriterien (z. B. DGNB, LEED).

Beispielrechnung

Ein typisches Einfamilienhaus aus Beton und Stahl verursacht etwa 50–100 Tonnen CO₂ durch graue Emissionen. Durch den Einsatz von Holz, Recyclingbeton und lokalen Materialien kann dieser Wert um bis zu 50 % reduziert werden.

Fazit

Graue Emissionen sind ein entscheidender Faktor für klimaneutrales Bauen. Durch die Wahl nachhaltiger Materialien, lokale Beschaffung und effiziente Planung können sie deutlich reduziert werden. Besonders in Kombination mit LCA (Life Cycle Assessment) und Circular Design lassen sich graue Emissionen minimieren.