BREEAM

BREEAM

BREEAM Logo

Was ist BREEAM?

BREEAM ist ein britisches Bewertungssystem für nachhaltige Gebäude und Infrastrukturen und gehört zu den ältesten internationalen Nachhaltigkeitszertifizierungen im Bauwesen. Im Baukontext: BREEAM bewertet Gebäude über mehrere Themenfelder hinweg, darunter Energie, Wasser, Materialien, Gesundheit, Management, Transport, Abfall, Landnutzung und ökologische Qualität. Es wird für Neubauten, Bestandsgebäude, Quartiere und Infrastrukturen eingesetzt.

Kriterien/Phasen

Wichtige Kriterien Bewertung anhand definierter Nachhaltigkeitskategorien Nachweisführung durch Dokumentation, Messwerte und Planungsunterlagen Berücksichtigung von Energieeffizienz, Materialwahl und Nutzerkomfort Zertifizierungsstufen abhängig vom erreichten Gesamtscore Relevanz und Vorteile Vergleichbare Nachhaltigkeitsbewertung für internationale Projekte Unterstützt ESG- und Immobilienberichte Kann Marktwert und Vermietbarkeit nachhaltiger Gebäude stärken Hilft, ökologische und betriebliche Risiken früh zu erkennen BREEAM bewertet unter anderem Management, Gesundheit und Wohlbefinden, Energie, Transport, Wasser, Materialien, Abfall, Landnutzung, Ökologie und Verschmutzung. Je nach Systemvariante gelten unterschiedliche Kriterien für Neubau, Bestand, Refurbishment, Quartiere oder Infrastruktur. Die Bewertung erfolgt über Credits und Qualitätsstufen.

Relevanz im Bauwesen

Das System ist für internationale Projektportfolios relevant, weil es Nachhaltigkeitsqualität vergleichbar dokumentiert. Für deutsche Projekte ist BREEAM besonders dann interessant, wenn Investoren, Nutzer oder Fonds internationale Nachweise verlangen. Es ergänzt nationale Systeme, ersetzt aber nicht automatisch lokale Rechts- und Förderanforderungen.

Kurz gesagt

BREEAM ist von DGNB, LEED, BNB und QNG abzugrenzen. Die Systeme verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich aber bei Gewichtung, Nachweisführung, regionaler Anpassung und Marktrolle. Verwandte Baulexikon-Begriffe: DGNB, LEED, BNB.

Ähnliche Begriffe: Dgnb, Leed, Bnb

Quellen

KfW Effizienzhaus 40

Was ist ein KfW-Effizienzhaus 40?

Ein hoher Energiestandard für Gebäude, bei dem der Primärenergiebedarf nur maximal 40% eines Referenzgebäudes beträgt. Es ist einer der strengsten Standards für Neubauten und umfassende Sanierungen in Deutschland. Kriterien Primärenergiebedarf : Grenzwert von 40% gegenüber dem Referenzgebäude. Wärmedämmung : Hochwertige Dämmung von Fassade, Dach und Keller. Anlagentechnik : Einsatz hocheffizienter Heizsysteme (z.B. Wärmepumpen) und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Vorteile Maximale Energieeinsparung und niedrige Betriebskosten. Hohe Förderfähigkeit durch KfW-Kredite und Zuschüsse.

Kriterien/Phasen

Zukunftssicherheit durch Erfüllung kommender Klimaschutzvorgaben. Der Standard beschreibt ein Gebäude, dessen Jahres-Primärenergiebedarf 40 Prozent des Referenzgebäudes nach GEG nicht überschreitet; zusätzlich gelten Anforderungen an die Transmissionswärmeverluste. Erreicht wird dies durch hochwertige Gebäudehülle, effiziente Anlagentechnik, erneuerbare Energien, Wärmebrückenminimierung und luftdichte Ausführung.

Relevanz im Bauwesen

Effizienzhaus-40-Projekte reduzieren Betriebsenergie und können Förder- oder Nachhaltigkeitsanforderungen unterstützen. Für Planung und Ausschreibung sind Nachweise, Qualitätssicherung, Lüftungskonzept, sommerlicher Wärmeschutz und Nutzerinformation entscheidend, damit die berechnete Performance im Betrieb erreichbar bleibt.

Kurz gesagt

Der Standard bewertet vor allem Energieeffizienz im Betrieb. Er ersetzt keine Ökobilanz, keine Schadstoffprüfung und keine soziale Nachhaltigkeitsbewertung. Ein Effizienzhaus 40 kann hohe graue Emissionen haben, wenn Materialwahl und Konstruktion nicht optimiert werden. Verwandte Baulexikon-Begriffe: Gebäudeenergiegesetz (GEG), Passivhaus, Graue Emissionen.

Ähnliche Begriffe: Passivhaus, Gebaeudeenergiegesetz Geg, Nachhaltige Baustellen

Quellen

Environmental Product Declaration (EPD)

Was ist eine Environmental Product Declaration (EPD)?

Eine Environmental Product Declaration (EPD) ist ein standardisiertes Dokument, das die Umweltauswirkungen eines Bauprodukts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg transparent macht. EPDs basieren auf Ökobilanzen (LCA) und werden von unabhängigen Stellen geprüft. Sie sind ein wichtiges Instrument für nachhaltiges Bauen und werden von Zertifizierungssystemen wie DGNB, LEED oder BREEAM gefordert.

Bestandteile

  • Produktbeschreibung: Materialien, Herstellung, Verwendungszweck.
  • Umweltindikatoren: CO₂-Fußabdruck, Energieverbrauch, Wasserbedarf, Abfallaufkommen.
  • Lebenszyklusphasen: Herstellung, Nutzung, Rückbau, Recycling.
  • Gültigkeitsdauer: EPDs sind in der Regel 5 Jahre gültig.
  • Programmhalter: EPDs werden von Programmen wie dem Institut Bauen und Umwelt (IBU) oder EPD International herausgegeben.

Relevanz im Bauwesen

  • Transparenz: Klare Informationen über die Umweltauswirkungen von Bauprodukten.
  • Zertifizierung: Voraussetzung für Nachhaltigkeitszertifikate (z. B. DGNB, LEED).
  • Vergleichbarkeit: EPDs ermöglichen den Vergleich von Bauprodukten.
  • Rechtssicherheit: Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (z. B. EU-Taxonomie).

Beispielprojekt

Ein Bürogebäude in München nutzte EPD-zertifizierte Baustoffe, um die DGNB-Zertifizierung zu erreichen. Durch den Einsatz von Recyclingbeton und holzbasierten Dämmstoffen konnten die CO₂-Emissionen um 30 % reduziert werden.

Kurz gesagt

Die Environmental Product Declaration (EPD) ist ein unverzichtbares Werkzeug für nachhaltiges Bauen. Sie schafft Transparenz, fördert die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und unterstützt die Zertifizierung von Gebäuden. Für Bauherren und Planer sind EPDs ein wichtiger Schritt zur Erfüllung der Klimaziele.

Ähnliche Begriffe: Lebenszyklusanalyse Lca, Eu Bauproduktenverordnung, Dgnb

Quellen

Natureplus

Was ist Natureplus?

Natureplus ist ein internationales Umweltzeichen für nachhaltige Bauprodukte, das vom Natureplus e.V. vergeben wird. Es kennzeichnet Produkte, die besonders umweltfreundlich, gesundheitlich unbedenklich und ressourcenschonend sind. Natureplus ist vor allem in Europa verbreitet und wird für Baustoffe wie Dämmmaterialien, Farben, Lacke und Bodenbeläge vergeben.

Kriterien/Phasen

Natureplus bewertet Bauprodukte anhand strenger Kriterien über den gesamten Produktlebensweg:

  • Rohstoffe: Verwendung nachwachsender oder recycelter Materialien
  • Schadstofffreiheit: Keine gesundheitsschädlichen Emissionen
  • Energieeffizienz: Geringer Energieverbrauch in der Herstellung
  • Soziale Verantwortung: Faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette
  • Recyclingfähigkeit: Einfache Wiederverwertung am Lebensende

Relevanz im Bauwesen

Das Zeichen hilft Planenden und Bauherren bei der Auswahl emissionsarmer und ressourcenschonender Produkte. Besonders in Innenräumen, Schulen, Kitas und Wohngebäuden kann es die Materialprüfung erleichtern. Es ersetzt jedoch keine projektbezogene technische Prüfung und keine vollständige Ökobilanz.

Kurz gesagt

Natureplus ist ein Produktlabel, kein Gebäudezertifikat. Es unterscheidet sich von DGNB, BNB oder BREEAM, die ganze Gebäude bewerten, und vom Blauen Engel, der ein staatliches Umweltzeichen mit unterschiedlichen Produktkriterien ist. Verwandte Baulexikon-Begriffe: Blauer Engel, DGNB, Biobasierte Baustoffe.

Ähnliche Begriffe: Blauer Engel, Cradle To Cradle, Environmental Product Declaration Epd

Quellen

Blauer Engel

Was ist der Blaue Engel?

Der Blaue Engel ist das offizielle Umweltzeichen der Bundesregierung für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Vergeben vom Umweltbundesamt (UBA) , kennzeichnet er Produkte, die besonders umweltfreundlich, gesundheitlich unbedenklich und ressourcenschonend sind. Im Baubereich wird der Blaue Engel für Bauprodukte wie Farben, Lacke, Dämmstoffe und Bodenbeläge vergeben.

Kriterien/Phasen

Der Blaue Engel betrachtet Bauprodukte nicht nur nach einem einzelnen Umweltaspekt, sondern nach einem Bündel von Anforderungen über ihren Lebensweg hinweg. Im Mittelpunkt steht die Schadstofffreiheit: Produkte sollen keine gesundheitsschädlichen Emissionen abgeben und dadurch zu einer möglichst unbelasteten Innenraumluft beitragen. Gerade bei Farben, Bodenbelägen, Dämmstoffen oder Möbeln ist das wichtig, weil diese Materialien oft großflächig eingesetzt werden und über lange Zeit in Gebäuden verbleiben.

Ein weiteres zentrales Kriterium ist die Ressourcenschonung. Der Blaue Engel berücksichtigt, ob recycelte Materialien verwendet werden, ob Rohstoffe sparsam eingesetzt werden und ob ein Produkt am Ende seiner Nutzungsphase wiederverwertet werden kann. Recyclingfähigkeit und ein möglichst geschlossener Materialkreislauf spielen deshalb eine wichtige Rolle, besonders bei Produkten, die regelmäßig erneuert, ausgetauscht oder in größeren Mengen verbaut werden.

Hinzu kommen Anforderungen an Energieeffizienz, Qualität und Langlebigkeit. Produkte sollen mit möglichst geringem Energieaufwand hergestellt werden und zugleich so robust sein, dass sie lange genutzt werden können. Die Vergabe erfolgt durch das Umweltbundesamt beziehungsweise die zuständigen Stellen des Umweltzeichens und orientiert sich an produktgruppenspezifischen Kriterien, die für verschiedene Bauprodukte jeweils passend festgelegt werden.

Relevanz im Bauwesen

Das Label unterstützt gesundes Innenraumklima und umweltbewusste Beschaffung. Für Ausschreibungen kann es als Orientierung dienen, wenn gleichwertige Nachweise zugelassen werden. Besonders bei Innenausbau und Sanierung hilft es, Emissionen und Schadstoffe zu begrenzen.

Kurz gesagt

Der Blaue Engel bewertet Produkte, nicht automatisch das gesamte Gebäude. Er ist von Natureplus, EPDs und Gebäudezertifikaten abzugrenzen: EPDs liefern Daten, Labels setzen Mindestanforderungen, Zertifikate bewerten Gebäudequalitäten.

Ähnliche Begriffe: Natureplus, Passivhaus

Quellen