Kriterien/Phasen
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen bewertet Projekte über den gesamten Lebenszyklus. Zentrale Kriterien sind ökologische Qualität, ökonomische Qualität, soziokulturelle und funktionale Qualität, technische Qualität, Prozessqualität und Standortqualität. In der Praxis beginnt ein DGNB-Prozess mit Zieldefinition und Systemwahl, führt über Vorprüfung, Variantenvergleich, Nachweisplanung und Dokumentation bis zur Zertifizierung oder zur Bewertung des laufenden Betriebs.
- Ökologie: Treibhausgasemissionen, Ressourcen, Wasser, Fläche, Schadstoffe und Lebenszyklusanalyse (LCA).
- Ökonomie: Lebenszykluskosten, Wertstabilität, Anpassungsfähigkeit und Risiken über die Nutzungsdauer.
- Nutzung: Komfort, Gesundheit, Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und soziale Wirkung.
- Prozess: frühe Zielklärung, Fachkoordination, Ausschreibung, Inbetriebnahme und belastbare Dokumentation.
Relevanz im Bauwesen
DGNB hilft Bauherren, Planern und Betreibern, Nachhaltigkeit nicht als Zusatzlabel, sondern als steuerbaren Planungsprozess zu behandeln. Das System macht sichtbar, ob Materialwahl, Energiekonzept, Komfort, Rückbaufähigkeit und Betrieb zusammenpassen. Besonders relevant ist es für Projekte mit ESG-Anforderungen, Taxonomie-Bezug, Förderlogik, Portfoliozielen oder hoher öffentlicher Sichtbarkeit.
Beispiel
Das DGNB-System Gebäude im Betrieb ordnet reale Verbrauchs-, Komfort- und Managementdaten ein. Eine Versionsmeldung wie das System 2026 ist deshalb kein eigener Baulexikon-Begriff, sondern gehört in den kanonischen DGNB-Kontext.
Kurz gesagt
DGNB ist ein ganzheitliches Nachhaltigkeitssystem für Planung, Bau und Betrieb. Es ist besonders stark, wenn Zertifizierung, Klimabilanz, Materialstrategie und Betriebsqualität von Beginn an gemeinsam gedacht werden.
Ähnliche Begriffe: QNG, BREEAM, BNB
marnamic unterstützt bei der Einordnung von DGNB-, BEG- und QNG-Anforderungen in den frühen Planungsphasen: Beratung von marnamic
