QNG

Was ist QNG?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Zertifizierungssystem für nachhaltige Gebäude in Deutschland. Es wurde vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) eingeführt und dient als Nachweis für die Förderung von energieeffizienten und nachhaltigen Bauprojekten.

Kriterien

  • Ökologische Qualität: Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Treibhausgasemissionen
  • Ökonomische Qualität: Lebenszykluskosten, Wertstabilität
  • Soziokulturelle Qualität: Nutzerkomfort, Barrierefreiheit, Gesundheit
  • Technische Qualität: Bauqualität, Innovationen, Dauerhaftigkeit
  • Prozessqualität: Planung, Bauausführung, Dokumentation
  • Standortqualität: Infrastruktur, Umfeld, Mobilität

Vorteile

  • Förderungen: Voraussetzung für staatliche Förderprogramme (z. B. KfW)
  • Marktvorteil: Höhere Attraktivität für Mieter:innen und Investor:innen
  • Zukunftssicher: Erfüllung der EU-Taxonomie und Klimaziele
  • Ganzheitlich: Berücksichtigt ökologische, ökonomische und soziale Aspekte

Beispielprojekte

Das QNG wird häufig in Kombination mit anderen Zertifizierungssystemen wie NaWoh oder DGNB eingesetzt. Ein Beispiel ist der Neubau des Rathausblocks in Berlin-Kreuzberg, der als Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen gilt und sowohl QNG- als auch DGNB-zertifiziert ist.

Fazit

Das QNG ist das zentrale staatliche Zertifizierungssystem für nachhaltige Gebäude in Deutschland. Es bietet nicht nur Zugang zu Förderungen, sondern auch eine klare Orientierung für Bauherren, Planer:innen und Investor:innen, die nachhaltige Projekte realisieren möchten. Besonders in Kombination mit Systemen wie NaWoh oder DGNB kann das QNG seine volle Wirkung entfalten.

NaWoh

Was ist NaWoh?

NaWoh (Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau) ist ein Zertifizierungssystem speziell für Wohngebäude, das vom Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau e.V. entwickelt wurde. Es dient als Grundlage für das staatliche Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) und legt den Fokus auf sieben zentrale Qualitätsbereiche.

Kriterien

  • Wohnqualität: Barrierefreiheit, Komfort, Sicherheit
  • Ökologische Qualität: Energieeffizienz, Ressourcenschonung, CO₂-Emissionen
  • Ökonomische Qualität: Lebenszykluskosten, Wertstabilität
  • Soziokulturelle Qualität: Soziale Durchmischung, Nutzerzufriedenheit
  • Technische Qualität: Bauqualität, Innovationen, Dauerhaftigkeit
  • Prozessqualität: Planung, Bauausführung, Dokumentation
  • Standortqualität: Infrastruktur, Umfeld, Mobilität

Vorteile

  • Förderungen: Erleichtert den Zugang zu staatlichen Förderprogrammen (z. B. QNG)
  • Ganzheitlichkeit: Berücksichtigt ökologische, ökonomische und soziale Aspekte
  • Praxistauglich: Speziell für Wohngebäude entwickelt, realistische Anforderungen
  • Zukunftssicher: Trägt zur Erfüllung der EU-Taxonomie und Klimaziele bei

Beispielprojekte

Ein herausragendes Beispiel ist der Neubau der ulmer heimstätte eG in der Warndtstraße 12-28 in Ulm. Das Projekt wurde mit dem NaWoh-Siegel 4.0 zertifiziert und setzt Maßstäbe in Sachen sozialer Durchmischung und nachhaltiger Planung. Durch die frühzeitige Integration von Nachhaltigkeitskriterien konnte nicht nur die Wohnqualität gesteigert, sondern auch langfristige Betriebskosten gesenkt werden.

Fazit

NaWoh ist das ideale Zertifizierungssystem für Wohnungsbauprojekte, die Nachhaltigkeit von Anfang an systematisch integrieren möchten. Es bietet nicht nur Zugang zu Förderungen, sondern schafft auch langfristige Werte – sowohl für Bauherren als auch für Mieter:innen. Besonders für Projekte im zirkulären Bauen und sozialen Wohnungsbau ist NaWoh eine wertvolle Unterstützung.

DGNB

Was ist DGNB?

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist ein deutsches Zertifizierungs- und Bewertungssystem für nachhaltige Gebäude, Quartiere, Innenräume und den Gebäudebetrieb. Es bewertet Bauprojekte nicht nur nach Energieeffizienz, sondern ganzheitlich nach ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen, technischen, prozessualen und standortbezogenen Kriterien. Die DGNB gehört zu den wichtigsten Nachhaltigkeitssystemen im deutschsprachigen Bauwesen.

Kriterien

  • Ökologische Qualität: Energie, Emissionen, Ressourcen, Lebenszyklusanalyse und Umweltwirkungen.
  • Ökonomische Qualität: Lebenszykluskosten, Wertstabilität und langfristige Wirtschaftlichkeit.
  • Soziokulturelle Qualität: Gesundheit, Komfort, Barrierefreiheit, Sicherheit und Aufenthaltsqualität.
  • Technische Qualität: Brandschutz, Schallschutz, Rückbaufähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Bauqualität.
  • Prozessqualität: Planung, Ausschreibung, Dokumentation, Inbetriebnahme und Qualitätssicherung.
  • Standortqualität: Mobilität, Infrastruktur, Umfeld und Resilienz des Standorts.

Zertifizierungsstufen

Je nach Erfüllungsgrad werden Projekte typischerweise mit Bronze, Silber, Gold oder Platin ausgezeichnet. Die Bewertung berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und ist deshalb eng mit Themen wie Lebenszyklusanalyse, grauen Emissionen, Materialwahl und Betriebskosten verbunden.

DGNB Gebäude im Betrieb

Neben Neubau- und Quartierszertifizierungen gibt es das DGNB-System Gebäude im Betrieb. Es bewertet nicht nur Planungsziele, sondern den tatsächlichen Gebäudebetrieb anhand realer Verbrauchs-, Komfort- und Managementdaten. Die Version 2026 wurde überarbeitet und stärker an aktuelle regulatorische Anforderungen, EU-Taxonomie-Bezüge und Klimaschutzpfade angepasst. Inhaltlich gehört dieses System zum DGNB-Kontext und ist kein eigener Baulexikon-Grundbegriff.

Relevanz im Bauwesen

Für Bauherren, Planer und Betreiber ist DGNB relevant, weil Nachhaltigkeitsanforderungen messbar und vergleichbar werden. Das System unterstützt Entscheidungen zu Materialwahl, Energieversorgung, Flächeneffizienz, Nutzerkomfort und Betrieb. Für Bestandsgebäude wird besonders wichtig, ob die tatsächliche Performance mit den geplanten Nachhaltigkeitszielen übereinstimmt.

Einordnung

DGNB unterscheidet sich von rein energetischen Standards, weil es ökologische, wirtschaftliche und soziale Kriterien gemeinsam bewertet. Es steht neben Systemen wie LEED, BREEAM, BNB und QNG.

Quellen

DGNB · nbau: DGNB Gebäude im Betrieb 2026